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Fabolous
| Biographie |
Man hat manchmal das Gefühl, dass in den Staaten Rapper aus dem Boden schießen wie hierzulande Boy-Groups oder gecastete Pop-Stars. Klar gibt es dort auch eine riesengroße Auswahl, und das Rapgenre ist wie hierzulande der Bro'Sis-Billig-Pop auch ein sehr ertragreiches Betätigungsfeld für geldgeile Plattenfirmen, doch Rap gehört immer noch zur Hip Hop-Kultur, und diese fußt bekanntlich auf den Skills des einzelnen. Underground-Fame erreicht man halt nur mit harter Knochenarbeit. Selbst Superstars wie Nas, Jay-Z oder DMX haben sich durch Live-Battles gequält und über Open-Mic-Nights einen Namen gemacht, ehe sie unter Vertrag genommen wurden.
Einer der es geschafft hat, ohne den steinigen Weg wählen zu müssen, ist der New Yorker Brooklyn-Native Fabolous. Dem mit dem Talent eines einzigartigen, Laid-Back-Flows gesegneten 21-jährigen Jungspund wird die Rapkarriere sozusagen aufgedrängt. "I wasn't even that interested in being a rapper back then. But I knew it was a chance." Eine Chance, die er cool und abgebrüht nutzt, so dass er ohne ein Album, ja sogar ohne einen einzigen Song aufgenommen zu haben, zur Legende wird. Vergleichbar vielleicht mit einem Amateur beim Fußball, der in seinem ersten Spiel bei den Profis seine Mannschaft mit zwei Toren gegen die Bayern zum Sieg führt. Doch was ist an diesem denkwürdigen Montagabend im Frühjahr '98 in den heiligen Hallen des Radiosenders Hot 97 überhaupt passiert?
Irgendwie verirrt sich der 18-jährige Fabolous in das Studio des DJ Clue, und das auch noch während der Monday Night Show, die als Pflichtveranstaltung für jeden Rapfan gilt. "I usually don't let anyone on the air unless I heard them first", so Clue. Aber auf Grund einer plötzlichen Eingebung schmeißt er seine Prinzipien über den Haufen und lässt Fab zusammen mit keinem Geringeren als Noreaga über einen Beat rappen (keine Battle, lediglich ein Duett). Der Rest ist Geschichte. Mit seinen am Nachmittag hastig geschriebenen Reimen und dem smoothen, aber punchline-gestählten Flow walzt er Nore regelrecht an die Wand. So was nennt man wohl "die Gunst der Stunde nutzen".
Kurz darauf nimmt ihn Clue bei seinem Desert Storm Label unter Vertrag und bringt ihn auf mehreren Mixtapes unter. Zudem darf Fab als Support mit auf die Hard Knock Life Tour von Roccafella Jay-Z. Als Clues Firma eine Geschäftsbeziehung mit dem Major Elektra eingeht, kann sich Fab auch endlich mit diversen Gastauftritten einen Namen außerhalb der Rapszene machen. Er leiht u.a. Lil Mo für "Superwoman Pt. 2.", Mariah Carey für "Last Night a DJ Saved My Life" und Mary J. Blige für "Family Affair" seine prägnante Stimme.
So ist es auch keine Überraschung, dass der Mainstreammarkt in Form von MTV und dem Rolling Stone-Magazin MTV auf den Fabolouszug aufspringt. MTV pusht sein erstes Video "Can't Deny It", und in der Musikzeitschrift hagelt es Artikel. Am 11. September steht dann auch endlich Fabs Debüt "Ghetto Fabolous" in den Läden. Trotz der WTC-Tragödie und rückläufiger Umsätze verkauft sich das Album bis Jahresende über 500.000 Mal. Anfang 2002 wird mit dem Neptunes-Track "Young'N" die zweite Single ausgekoppelt.
Auch Album Nummer Zwei findet eine breite Käuferschar, obwohl sich Fabolous beim Release von "Street Dreams" gegen die neue Ghetto-Übermacht 50 Cent behaupten muss. Für zwei Mixtape-Rapper aus dem Ghetto des Big Apple scheint aber kein Platz zu sein, denn Fifty düst uneinholbar in die Multimillionen Dollar-Gefilde ab.
2004 kann Fabolous schließlich wieder punkten. Seine Single "Breathe" kündigt großes für das neue Album "Real Talk" an. Neben "Lean Back" von der Terror Squad wohl einer der Tracks, der die Clubs in New York und dem Rest der Welt zum Ttanzen bringen. Die Qualität der Single kann das gesamte Album schließlich aber nicht halten. Trotzdem liefert Fabolous mit patentiertem schludrigem Nuschel-Rap einen soliden dritten Longplayer ab. |
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