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Enigma


 

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Biographie
Mit „Voyageur“ legt Michael Cretu 13 Jahre nach dem phänomenalen Debüt „MCMXC a.D.“ das 5. Album seines Projekts ENIGMA vor. Nach der Veröffentlichung des Greatest-Hits-Albums „LSD“ (2001), das wie selbstverständlich auch ein Multi-Million-Seller wurde, hatte es Spekulationen über ein Ende von ENIGMA gegeben. Aber das Rätsel ist gelöst. Und der Titel Programm: Die musikalische Reise geht mit „Voyageur“ weiter.

A u s b l i c k
Der Klang-Designer Cretu überrascht: 11 Songs, in denen nichts zu hören ist von den klassischen ENIGMA-Ingredienzen wie Mönchs-Chören, Ethno-Sounds oder Flötenklängen. Auf diese plakativen Elemente verzichtet Cretu ganz bewusst: „Wenn ich etwas hasse, dann ist es, mich zu kopieren.“ Und so liefert „Voyageur“ mit 47:20 Minuten Spielzeit – das längste aller bisherigen Alben – eine Kollektion an Sounds, Rhythmen und virtuellen Instrumenten, die eines erfüllen: Sie sind neu! Nüchtern konstatiert Cretu: „Songs wie die ersten 5 auf „Voyageur“ sind sogar für mich mit nichts vergleichbar, was es auf diesem Planeten an Musik gibt. Ich habe so etwas noch nicht gehört.“ Und wirklich, die Kompositionen, die Arrangements und Instrumentierungen sind anders, aber nicht andersartig. Kontrastreich wie nie zuvor nimmt ENIGMA den „Voyageur“ mit auf einen Trip. „Musikalisch ist es für mich die reizvollste Platte“, erzählt Cretu, „denn kein Song ist wie der andere.“ Laut und leise, langsam und schnell, klassisch und experimentell, simpel und kompliziert – und doch alles harmonisch, hypnotisch ineinander fließend.

Dabei sind Texte und Musik „irdischer“ geworden. Alltägliches, Zwischenmenschliches thematisiert ENIGMA anstatt Weltan-schauliches oder Philosophisches zu Religion und Sexualität wie auf den vorherigen Alben. „Aber die Reihenfolge der Titel, wie sie heißen und wie sie sind, allein das ergibt eine schlüssige Geschichte.“ Und so ist „Voyageur“ ein Song-orientiertes Pop-Album. Abseits vom Mainstream als Wegweiser für eine neue Ära. „Sophisticated Pop“ umschreibt Cretu treffend den Stil. „ENIGMA ist ein Experimental-Projekt auf der Basis von Popmusik. Auch ein Bekenntnis für mein Verständnis von populärer und kommerzieller Musik.“ Da verwundert es nicht, dass sich auf dem 5. ENIGMA-Album wieder mehrere potentielle Hits verbergen: Neben der ersten Single-Auskopplung „Voyageur“ wirken der betörende Mid-Tempo-Track „Boum-Boum“ und die traumhafte Ballade „Following The Sun“ lange nach.

E i n b l i c k
„Kein Wort kann Musik erklären, Musik erklärt immer nur sich selbst“, sagt Michael Cretu, der vor 46 Jahren in Bukarest geboren wurde. Schon als Kind wurde der junge Pianist in die „Hochbegabten-Förderung für Musiktalente“ aufgenommen. 1978 schloss er an der Frankfurter Musikhochschule sein Studium mit Auszeichnung ab. Bewusst sein Step von der Klassik zum Pop. Als Musiker, Interpret, Solist, Komponist, Arrangeur wurde er zum „erfolgreichsten deutschen Musikproduzenten“ (Focus): Ob für Ehefrau Sandra, dem deutschen Pop-Act der 80er (Nr.1-Platzierung in 30 Ländern) oder neben zahlreichen anderen auch für internationale Top-Künstler wie Mike Oldfield oder Andru Donalds – etliche internationale Auszeichnungen und die direkte Verantwortung für über 100 Millionen verkaufte Tonträger sprechen für sich. Doch seine Arbeits-Maxime, „keine Rücksicht auf Marktgesetze und Trends“ zu nehmen, erfüllt Cretu in letzter Konsequenz erst, als er mit dem Projekt ENIGMA die Klangwelt revolutioniert.

R ü c k b l i c k
ENIGMA – im Oktober 1990 eine Geburt voller Superlative. Schon die erste Single „Sadness Part 1“ wird ein alle Grenzen sprengender und Generationen einender Bestseller. In 24 Ländern erklimmt die Single die Top-Position, das Debüt-Album „MCMXC a.D.“ verkauft bis heute allein 14 Millionen Exemplare, 282 Wochen ist es in den US-Billboard-Charts vertreten. Gleich einer musikalischen Arche Noah vereint Cretu auf seinem Sound-Schiff ENIGMA verschiedenste Kulturen aller Kontinente aus den unterschiedlichsten Epochen.

Die amerikanische Musik-Bibel „Billboard“ feiert ENIGMA als „Musik für das neue Jahrtausend“, die „New York Times“ attestiert dem Projekt: „Die raffinierte Studio-Popmusik von ENIGMA ist ein internationales Phänomen.“ „The Cross Of Changes (1993), „Le Roi Est Mort, Vive Le Roi!“ (1996), „The Screen Behind The Mirror“ (2000) und das Best-Of-Album „Love. Sensuality. Devotion. The Greatest Hits“ (2002) sind allesamt Chart-Stürmer und sorgen dafür, dass ENIGMA mit weltweit über 30 Millionen CDs, 50 Nummer-1-Platzierungen und 90 Platin-Auszeichnungen das kommerziell bedeutendste deutsche Musikprojekt aller Zeiten geworden ist.

W e i t b l i c k
Ob kopiert, zitiert oder adaptiert – ENIGMA ist seit Beginn stets eine Plattform für andere. Sounds und Rhythmen finden sich erkennbar überall wieder: Von DJ-Projekten über Werbe- und Filmmusik bis hin zu experimentellen Klang-Performances. „Auch wenn es ärgerlich ist, beklaut zu werden, so ist es doch immer auch ein Kompliment“, kommentiert Cretu die enigmatische Klang-Inspiration. Jedes Album für sich ist eine Evolution, ein Statement für den Zeitgeist. Und wenn man fast in jedem Land, das messbare Charts aufweist, auf Platz eins stand, dann ist dies „natürlich ein wunderbares Gefühl, das einem eine große innere Zufriedenheit gibt“. Den Druck des kommerziellen Erfolges spürt er auch nach über 30 Millionen verkauften Alben nicht. Zunächst muss es ihm gefallen. Und wer ist „er“? Komponist, Arrangeur, Ton-Ingenieur, Sound-Designer, Instrumentalist, Pianist, Sänger … Viel „Disziplin“ ist vonnöten, damit sich die verschiedenen Charaktere dieser multiplen Persönlichkeit auf ein Konzept einigen. Insofern macht gerade das Verspielte, die Frische, das Naive und Infantile den Charme von „Voyageur“ aus. Leider wird man weiter auf eine Live-Performance von Michael Cretu und ENIGMA warten müssen: „Ich bin kein seelischer Exhibitionist, denn das muss man als guter Frontman sein. Mir gibt es mehr, wenn ich weiß, dass ich nach den Beatles den bestverkauften Back-Katalog habe. Das ist eine Auszeichnung für meine Musik. Wenn mir 80 000 zujubeln, dann sagt mir das nur, dass ich gerade in Mode bin. Diese Parameter finden in meinem Lebensbild nicht statt.“

 

 


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