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Duran Duran


 

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Biographie
Duran Duran wurden 1978 in Birmingham, England, zunächst von Nick Rhodes, bürgerlich: Nick Bates (kb), geboren am 8. Juni 1962 in Moseley, West Midlands, John Taylor (bg), geboren am 20. Juni 1960 in Birmingham, gegründet, später ergänzt durch Andy Taylor (g, synthesizer), geboren am 16. Februar 1961 in Tynemouth, Roger Taylor (dr), geboren am 26. April 1960 in Castle Bronwich, West Midlands, Simon Le Bon (voc), geboren am 27. Oktober 1958 in Bushey. Sie fertigten "Tanzmusik mit Designer-Qualitäten" ("Stereo Review"), "so permanent und überzeugend wie eine Filmdekoration" ("Melody Maker"). Ästhetisch entwöhnte Kritiker schmähten das Œuvre der modebewußten Künstler als "süßlich-klumpigen Geräusch-Pudding" ("New Musical Express"), "kitschiges Pappmaché" ("Sounds") oder "barocken Art Rock Bubblegum, übermittelt auf einer Frequenz, die nur weibliche Teenager oder experimentell gezüchtete Feldmäuse empfangen können" ("Rolling Stone").

Dabei hatten die Musiker, die sich als "Mischung aus Sex Pistols und Chic" (Kritiker Biba Kopf) verstehen mochten, in ihren an Roxy Music orientierten romantischen Pop komplexe Botschaften von Verführung (Girls On Film), Kontrolle (Is There Something I Should Know?) und Ausbeutung (Skin Trade) in der schönen neuen Welt des totalen Medien-Rummels eingebracht. Als "Vertreter des neuen Fatalismus" ("Spex") stellte die nach einem Science-fiction-Schurken aus Roger Vadims Film "Barbarella" (1968) benannte Band ihre "dekadente Apathie, die den bevorstehenden Niedergang signalisiert" ("City Limits") vorwiegend in Yuppie-Pose und exotischem Ambiente zur Schau. "Video ist für uns, was Stereo für Pink Floyd war", erläuterte Rhodes den Hang zu mysteriös-amourösen Kunstgewerbe-Clips, die stilistisch dort anfingen, "wo sich Ken Russell und Helmut Newton gute Nacht sagen" (Kritiker Diedrich Diederichsen). Nach den gemeinsamen Video-Arbeiten zum James Bond-Filmsong From A View To A Kill beteiligten sich John und Andy Taylor 1985 an der kurzlebigen Supergroup Power Station, während Roger Taylor, Rhodes und Le Bon das geschmäcklerische Übergangsprojekt Arcadia starteten. Von den nicht miteinander verwandten Taylors blieb schließlich John übrig, der mit Sänger Simon Le Bon und Tastenspieler Rhodes unter Anleitung des ehemaligen Chic-Gitarristen Nile Rodgers die "feudalen Pin-ups der Video-Ära" ("New York Times") zu einer sehnigeren, funkorientierten Vortragsweise animierte (Notorious, 1986). Vielen Fans der frühen Jahre gefiel die neue elegante Tristesse nicht, so daß bei Duran Duran-Konzerten fortan keine Garantie für ausverkaufte Hallen mehr gegeben war. Dennoch konnte sich die Band konsolidieren, nahm Warren Cuccurollo (g; früher bei Frank Zappa) und Sterling Campbell (dr; Soul Asylum) als feste Mitglieder hinzu und veröffentlichten Big Thing (1988). Die mäßige Publikumsresonanz dieser LP paralysierte die erfolgsgewohnten Teenie-Rocker. Nach mehreren Anläufen, unterbrochen von Managementwechsel und einem Motorradunfall Le Bons im Juli 1992 in Wales, erschien 1993 Duran Duran (The Wedding Album). Ihre 1995 veröffentlichte LP Thank You füllten sie mit Coverversionen von Grandmaster Flash bis Elvis Costello, von Iggy Pop bis Public Enemy. "Sie können nicht ironisch sein", analysierte "Q", "und so gerät ihnen Iggy Pops Success zu einem fröhlichen Liedchen mit Glitter-Beat, während die Wut von Public Enemys 911 Is A Joke zugunsten eines swingenden akustischen Blues unter den Tisch gekehrt wird."

"Rolling Stone" beschrieb den stilistischen Rundschlag der Band mit den Worten: "Du fragst dich, wie das alles klingen könnte. Schließ die Augen und stell's dir so vor: anstrengend."

Während Le Bon beim jährlichen Benefizkonzert zugunsten von Kriegskindern in Modena, Norditalien, mit "Luciano Pavarotti and Friends Together" fremdging, hatten die beiden Taylors ihre Liebe für Power Station wiederentdeckt und gingen nach zehn Jahren Abstinenz mit Robert Palmer ins Studio, um die zweite LP dieser Gruppe einzuspielen. Mitten in der Arbeit an Living In Fear stieg John Taylor wieder aus, um sich - nun in Los Angeles ansässig - zunächst den Neurotic Outsiders anzuschließen und anschließend eine Band namens Terroristen zu gründen. Living In Fear erschien 1997 in der Power Station-Besetzung Andy Taylor, Tony Thompson, Robert Palmer, Bernard Edwards auf Guardian Records in den USA. Medazzaland (1997), die nächste CD des verbliebenen Duran Duran-Trios LeBon, Rhodes, Cuccurullo und laut "WOM Journal" "eine einzige Katastrophe", entnahm Capitol die Single Electric Barbarella und bot sie für 99 Cents im Internet zum Herunterladen an. Die CD blieb in den USA ein Ladenhüter und wurde in England gar nicht erst veröffentlicht. Im Juni 1998 musizierten LeBon & Co. unangefochten beim Memorialkonzert für Prinzessin Diana im Althorp House, London. Doch als sie sich im Dezember des gleichen Jahres zum Start ihrer Promotion-Tournee für den Hit-Sampler Greatest im englischen Birmingham auf die Bühne begaben, notierte John Sinclair in der "Times", ihr Problem sei nicht das Repertoire, nicht ihre Fähigkeit, das Publikum der alten Zeiten wegen zu begeistern, sondern die Gefahr der Selbstparodie zu vermeiden. Der Rat schien zu wirken, wie die Kritikerresonanz auf ihre Neuerscheinung des Jahres 2000 zeigte, nachdem 1999 unter dem Titel Strange Behavior noch einmal eine Doppel-CD mit Remixen und Maxifassungen aus den Achtzigern erschienen war. "WOM Journal": "An Pop Trash ist nun glücklicherweise so ganz und gar nichts mehr peinlich. Von drei belanglosen Dance-Nummern abgesehen, zeigen Duran Duran ihren Brit-Pop-Nachkömmlingen, was Müll ist und was nicht." Besonders die Balladen wurden gelobt. "Frankfurter Rundschau": "Pop Trash Movie ist so ein Favorit, mit dem man sich einfach ganz entspannt in die eigene Melancholie zurücklehnen kann."

Michael Sailer im deutschen "Rolling Stone" empfand die Platte als "ein halbes Meisterwerk: eine Hälfte routiniert, eine Hälfte inspiriert". Sein Fazit: "So gelingt es der Band, ihre frühen Reize in eine Art erwachsene Phase hinüberzuretten."

 

 


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