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Sharon Tate
| Biographie |
Sharon Tate war die erste Tochter von Doris (Willett) Tate und des Geheimdienstoffiziers Paul Tate. Sie hatte zwei Geschwister Patricia „Patti” Tate und Debra Ann Tate. Bereits als Kind trat sie in zahlreichen Werbespots auf und spielte an der Schule begeistert Theaterrollen. Durch die Militärlaufbahn ihres Vaters war Sharon bereits als Kind weitgereist: Es folgten zahlreiche Auslandsaufenthalte in Europa. In den USA gewann sie als Teenager mehrere Misswahlen. Obwohl sie eigentlich Psychologie studieren wollte, ging sie weiter ihrer Leidenschaft zum Schauspiel nach. Anfang der 1960er — nach ersten Achtungserfolgen als Fotomodell — trat sie in Nebenrollen verschiedener Fernsehfilme (u.a. in einem Fernsehspecial mit Pat Boone in Venedig) auf, bevor ihre wirkliche Filmkarriere beginnen sollte. In Italien spielte sie 1962 in ihrem ersten Spielfim Barabbas ; allerdings eher zufällig und auch nur in einer Nebenrolle, weil der Schauspieler Jack Palance von der Attraktivität der jungen Frau und ihrer Art zu agieren beeindruckt war. Palance verschaffte ihr noch einige Engagements zu weiteren Probeaufnahmen in Rom, doch führten diese nicht zum gewünschten Erfolg. Enttäuscht reiste Sharon schließlich zurück in die USA um weiter zu studieren. Neben ihrem Studium begab sie sich auf die intensive Suche nach neuen Filmprojekten und trat zunächst in weiteren kleineren Filmproduktionen auf, die auf Tates Schönheit setzten.
Nach positiven Kritiken als Komödiantin wurde die überaus intelligente und gebildete Schauspielerin als vielversprechendster Newcomer Hollywoods gehandelt. Sie agierte bald an der Seite von Stars wie Deborah Kerr, Donald Pleasence oder David Niven.
Sharon Tates internationaler Durchbruch kam 1966 mit der Gruselkomödie „Tanz der Vampire” an der Seite von Roman Polański, der die Hauptrolle spielte und sowohl als Regisseur wie für das Drehbuch verantwortlich zeichnete. Obwohl die Rolle der Sarah eigentlich mit der rothaarigen Schauspielerin Jill St. John besetzt werden sollte, leistete Polański solange Überzeugungsarbeit bei dem Produzententeam bis die blonde Sharon endlich die Zusage erhielt (für den Film wurden ihre Haare rötlich gefärbt). Eine glückliche Wahl für den Film, denn Sharon konnte ihr komödiantisches Talent voll ausspielen und begeisterte die Kinobesucher. Auch privat wurde der Kultstreifen für Sharon ein Glückstreffer: Auf dem Set verliebten sich Tate und Polański ineinander.
Im Herbst 1967 zogen die Beiden nach London, wo sie häufig Gegenstand der Klatschpresse wurden und in zahlreichen Zeitschriftenartikeln erschienen. Im konservativen England der damaligen Zeit galt es als Aufsehen erregend, dass ein junges Paar bereits vor der Hochzeit zusammenlebte; der Franzose polnischer Abstammung Polański und die Texanerin Tate wurden als Ausländer ohnehin kritisch betrachtet, zumal Polańskis Filme nicht immer dem durchschnittlichen Publikumsgeschmack entsprachen. Überdies wuchsen Sharons Berühmtheitsstatus und ihre Rolle als Stilikone der „Swinging Sixties” bei der Jugend an, nachdem Modemagazine anfingen, sie als Model und Covergirl (u.a. war sie auf dem Titel des Playboy 1967 abgebildet) mit für damalige Zeiten gewagt-lasziven Fotografien herauszubringen (teilweise auch Nacktaufnahmen zusammen mit Polański).
Sharon Tate und Roman Polański heirateten am 20. Januar 1968, vier Tage vor Sharons 25. Geburtstag unter großem Publikums- und Medieninteresse in London. In der Folgezeit zog sich Sharon allerdings immer mehr ins Privatleben zurück und vernachlässigte ihre eigene Karriere. Das junge Paar kehrte zurück nach Los Angeles und wurde schnell Mitglied der Hollywood High Society. Die Beiden stürzten sich ins Partyleben und trafen auf weitere auftrebende Jungstars wie Steve McQueen, Mia Farrow oder Peter Fonda und Jane Fonda. Sie knüpften schnell Kontakte zur Kunst- und Kulturszene und umgaben sich mit Musikern wie Jim Morrison und den Doors, den The Mamas and the Papas oder dem Musikproduzenten Terry Melcher (der Sohn von Doris Day) und dessen Freundin Candice Bergen.
Der Haarstylist Jay Sebring, ein Ex-Verlobter von Sharon, wurde trotz der ehemaligen Liason ein sehr enger Freund der Polańskis. Hinzu kamen zahlreiche Freunde und Bekannte aus Romans Jugendzeit in Polen, wie der Schriftsteller Voyteck Frykowski und seine Freundin Abigail Folger, die Erbin des amerikanischen Kaffeeimperiums Folgers Flavours. Ungefähr gegen Ende 1968 mieteten Tate und Polański ein Haus in Bel Air von Terry Melcher an. Die Villa mit Blick über Los Angeles wurde bald Schauplatz zahlreicher Partys des Ehepaars und lockte dabei auch allerlei skurrile Gestalten an. Es gibt Vermutungen, dass auch Mitglieder der Charles Manson „Family” das Haus bereits im Vorfeld sondiert hatten. Sharon Tate und Roman Polański lebten den freien Geist der Hippiezeit voll aus. Wobei eine weitere enge Freundin des Paars, die Schauspielerin Leslie Caron stets Bedenken hatte und, wie sie in einem späteren Interview äußerte, „die Polańskis zu vertrauensvoll gewesen seien, da ihre Haustür zu jederzeit und für jedermann offen stand...”.
Im Sommer 1969 kehrte das Ehepaar Tate-Polański noch einmal nach Europa zurück. Sharon machte ihre letzten Fotoaufnahmen als Modell für das Queen Magazine in London, während Roman Drehorte für neue Filmprojekte in England suchte. Im Anschluß kehrte Sharon allein in die USA zurück. Roman Polański sollte seine Ehefrau nie lebend wiedersehen. |
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