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Maya Angelou


 

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Biographie
Der erste Teil der Autobiografie der Afro-Amerikanerin Maya Angelou erzählt von ihrer Kindheit in Arkansas (und anderen Staaten der USA) bis zur Geburt ihres ersten Kindes.
Es gelingt ihr dies aus den Augen des farbigen Kindes zu schildern ohne kindisch zu werden. Wir erfahren von Freud und Leid, Enttäuschung, Tragödien und Kampf um Menschenwürde und persönliche Unabhängigkeit. Am Ende der Einleitung wird es knapp zusammengefasst: "If growing up is painful for the Southern Black girl, being aware of her displacement is the rust on the razor that threatens the throat" (S. 3). Die Eltern "verschicken" ihre Kinder Marguerite (Maya) mit 3 Jahren und ihren ein Jahr älteren Bruder Bailey von Kalifornien nach Arkansas zu deren Großmutter Annie Henderson. Diese – nach unseren Maßstäben herzlose – Abschiebung scheint ganz gebräuchlich gewesen zu sein. In Proulx Annie Proulx: That Old Ace in the Hole setzen sich die Eltern auf Nimmerwiedersehen nach Alaska ab und Bob Dollar wächst beim Onkel auf. In Stamps, Arkansas, (wie bis weit in die 50er des 20.Jahrhunderts überall im Süden der USA) herrscht Rassentrennung und der Leser sieht es in I Know Why the Caged Bird Sings mit den Augen des schwarzen Mädchens: "People were those who lived on my side of town. I didn't like them all, or, in fact, any of them very much, but they were epople. These others, the strange pale creatures that lived in their alien unlife, weren't considered folks. They were whitefolks" (S. 21). Deshalb greift sie manchmal zu ungewöhnlichen Mitteln: "But if one of the playful apparitions got close to us, I pinched it . Partly out of angry frustration and partly because I didn't believe in its flesh reality" (S. 22).
Jahre später sind die Kinder kurz bei den Eltern in St. Louis und auch in Kalifornien. Beide Exkurse drängen der jungen Maya gräusliche und prägende Erlebnisse auf.
Trotz aller Tragik ist I Know Why the Caged Bird Sings großenteils ein humorvolles Buch. Teils durch überraschende Formulierungen und Einsichten, teilsweise durch burleske Szenen. Die Beste davon wohl Sister Monroe in der Kirche. Kurz zuvor wird der scheinheilige, bigotte Reverend Howard Thomas charakterisiert, dann tritt die füllige Sister Monroe auf und zur ekstatischen Betterin "Preach it, I say, preach it" in der Kirche (S. 32 ff).
Wie die Religion und kompromisslose Gläubigkeit zur Verdummung der schwarzen Unterklasse beiträgt gewinnt eindrucksvolle Überzeugungskraft. "It was better to be meek and lowly, spat upon and abused for this little time than to spend eternity frying in the fires of hell" (S. 110-111). So trug die Christianisierung der Sklaven zu ihrer völligen Unterwerfung und fast freiwilligen Erniedrigung bei. Und schaffte sich ihren Ausdruck in der schwarzen Musik, die immer nur eine Frage stellt: "How long, oh God? How long?" (S. 111). Die Antwort: Stillhalten und "We only had to wait on the Lord" (S. 166).
Wie gravierend die Barrieren zwischen Weiß und Schwarz funktionierten zeigt, daß "a Negro couldn't buy vanilla ice cream. Except on July Fourth. Other days he had to be satisfied with chocolate" (S. 40).
Auch stilistisch überzeugte mich die Biografie. Maya Angelou überrascht mit treffender Sprache und Bildern. Beispiel: "... the need for change bulldozed a road down the center of my mind" (S. 224).
Neben der Religion, die auf bessere Zeiten im Jenseits vertröstet, gab es zwei Ventile für die Unterdrückten: Sport (exzellente Schilderung des Boxkampfes von Joe Louis gegen den Italiener Primo Carnera, S. 112 ff) und Musik. Während Großmutter Annie ausschließlich Hymnen zulässt (hier Mahalia Jackson gleichend, die sich ein Leben lang weigerte weltliche Songs zu interpretieren), hören die Heranwachsenden Nat King Cole, Lonnie Johnson, Count Basie, Cab Calloway, und Duke Ellington. Details siehe Pop Popsongs.
Die Autobiografie I Know Why the Caged Bird Sings ist sehr zu empfehlen, wenn man sich für die Situation der Afro-Amerikaner vor und während des 2. Weltkriegs in den USA interessiert.

 

 


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