War seit Anfang der 60er Jahre in Italien erfolgreich, kurz danach auch mit deutschsprachigen Titeln in den Hitparaden vertreten.
"Heißer Sand"(1962); "Capitano" (1963); "Meine Tür steht immer offen" (1963); "Bis zum nächsten Mal" (1963); "Ja, die Liebe lebe hoch" (1964); "Fremdes Land" (1964).
(aus "Das Lexikon des deutschen Schlagers - Geschichte-Titel-Interpreten-Komponisten-Texter", hrsg. von Matthias Bardong, Hermann Demmler, Christian Pfarr - Mit einem Vorwort von Christian Bruhn 1993, Serie Musik: Piper Schott, Mainz TB 29,90 DM ISBN 3-7957-88208-2 - im Buchhandel erhältlich)
Diese junge Frau, blond und hochgewachsen, ist Italienerin von Geburt; ihr Vater als Industrieller hätte ihr viel lieber eine "standesgemäße" Erziehung und ein Studium gewünscht.
Heute gilt Mina als interessantester weiblicher Gesangsstar Europas, dem eine große Karriere bevorsteht. Ihre hervorragend ausgebildete Stimme genügt höchsten Ansprüchen und die überraschend klare deutsche Aussprache ebnete hier rasch den Weg. Dabei war all dies von Anfang an nicht geplant. In der Schule hatte sich Mina zu einem klei
en Allround-Genie entwickelt und war im Tanzen, Schwimmen, Tennis, aber auch in Fremdsprachen, ihren Freundinnen immer um einiges voraus.
Mehr aus einer Laune heraus nahm sie 1958 an einem Gesangswettbewerb teil und erhielt zur eigenen Überraschung den 1. Preis. Es folgten TV und Schallplatten. Stationen ihres Erfolges wurden Italien, Südamerika, Spanien, Portugal und sogar Japan. In der Peter Kraus Fernsehshow wurde Mina erstmals der deutschen Öffentlichkeit vorgestellt und gewann mit Aufnahmen wie "Heißer Sand" auf Anhieb die Herzen und war auch mit deutschsprachigen Titeln in den Hitparaden vertreten.
(Text von dem K-tel Sampler "Deutsches Gold" 25 Original Hits, 1971.)
Im Jahre 1962 war ich zwölf Jahre alt. Mein Lieblingslied war damals "Heißer Sand", gesungen von der aus Italien stammenden Mina. Das Lied war ihre erste Aufnahme in deutscher Sprache. - In deutscher Sprache? Na ja, es war wohl eher ein Kauderwelsch, das ans Deutsche erinnerte, durchsetzt mit Wortbrocken, die beim besten Willen unverständlich bleiben mußten. Aber das war nicht weiter schlimm, denn der "Text" dieses Songs war im Grunde so angelegt, daß sich jeder Hörer seinen eigenen Reim darauf machen konnte. Und genau das machte die Platte vermutlich so erfolgreich. "Schwarzer Tino, deine Rina / War beim Rocco schon im Wort / Weil den Rocco sie nun fanden /Schwarzer Tino mußte fort", so lauteten die ersten Zeilen. Heute schlußfolgere ich daraus, daß es sich um ein Eifersuchtsdrama gehandelt haben muß. Wahrscheinlich war es so, daß ein Farbiger namens Tino die Verlobte eines gewissen Rocco begehrte und versucht hatte, das daraus resultierende Problem mittels eines Mordes zu lösen. Aber dann kam alles raus und der Farbige mußte fliehen, vermutlich nach Afrika, denn es heißt ja dann im Refrain "Heißer Sand und ein verlorenes Land" und wo, wenn nicht in Afrika, ist der Sand so heiß und das Land so verloren? So oder ähnlich muß sich das damals Mina oder besser gesagt, Kurt Feltz, der diese Zeilen dichtete, vorgestellt haben, und meine fortgeschrittene Lebenserfahrung läßt mich heute die Brisanz der geschilderten Konstellation klipp und klar erkennen. Hätte mich allerdings damals jemand gefragt, was dieser Text zu bedeuten habe, ich hätte es vermutlich beim allerbesten Willen nicht sagen können. Eines aber wußte ich mit Sicherheit: Ich fand diesen Text super. &
enen Reim darauf machen konnte. Und genau das machte die Platte vermutlich so erfolgreich. "Schwarzer Tino, deine Rina / War beim Rocco schon im Wort / Weil den Rocco sie nun fanden /Schwarzer Tino mußte fort", so lauteten die ersten Zeilen. Heute schlußfolgere ich daraus, daß es sich um ein Eifersuchtsdrama gehandelt haben muß. Wahrscheinlich war es so, daß ein Farbiger namens Tino die Verlobte eines gewissen Rocco begehrte und versucht hatte, das daraus resultierende Problem mittels eines Mordes zu lösen. Aber dann kam alles raus und der Farbige mußte fliehen, vermutlich nach Afrika, denn es heißt ja dann im Refrain "Heißer Sand und ein verlorenes Land" und wo, wenn nicht in Afrika, ist der Sand so heiß und das Land so verloren? So oder ähnlich muß sich das damals Mina oder besser gesagt, Kurt Feltz, der diese Zeilen dichtete, vorgestellt haben, und meine fortgeschrittene Lebenserfahrung läßt mich heute die Brisanz der geschilderten Konstellation klipp und klar erkennen. Hätte mich allerdings damals jemand gefragt, was dieser Text zu bedeuten habe, ich hätte es vermutlich beim allerbesten Willen nicht sagen können. Eines aber wußte ich mit Sicherheit: Ich fand diesen Text super. "Heißer Sand und ein verlorenes Land und ein Leben in Gefahr..." - das klang in meinen Ohren gefährlich, düster, diabolisch, geheimnisvoll und machtdurchtobt. So und nicht anders mußte es sein, all das, was ich schon immer einmal gerne erlebt hätte und von dem ich nicht sicher war, ob ich es mir irgendwann einmal trauen würde. Und kein anderer Schlagertext vermochte mir je eine ähnliche Ahnung davon zu vermitteln, welche Gefahren im Leben auf mich lauern, welche Schicksalsschläge meiner harren und wie ich ihnen erfolgreich würde trotzen können. Immer, wenn ich einmal nicht weiter wußte, dann legte ich diese Platte auf, glücklich darüber, daß es in Mina einen Menschen gab, der mich voll und ganz verstand. "Nur die Wellen singen leise / was von Tino jeder weiß" - genau. Eigentlich blieben nach "Heißer Sand" keine Fragen mehr offen.
Dennoch sollte es noch eine zweite Platte von Mina geben, die ähnlich erfolgreich war: "Fiesta Brasiliana" und "Tabu", zwei außerordentlich starke Titel. Das Publikum hatte die Wahl zwischen der A und der B-Seite - damals war so etwas noch gang und gäbe, erst später ging man dazu über, einem auf der B-Seite irgendwelchen nichtssagenden Kram unterzujubeln. Mir gefiel ganz besonders der Titel "Tabu": "Heut seh ich ein Band mit lauter Sternen, / heller als Laternen / dort am Ufer stehn. / Heut geh ich den schönsten Weg auf Erden, /doch die andern werden /mich nie wiedersehn", so sang Mina dieses Mal. Mir war nicht klar, was für ein Weg das war, den sie da ging, aber ich hatte da so eine Ahnung: Ob sie etwa?... Oder vielleicht doch nicht? Überall am Strand, da seh ich Lichter / und seh die Gesichter, die ich nie gesehn.. ." Ich hätte es zu gerne herausbekommen, aber es gab niemanden, den ich danach hätte fragen können, und ich fühlte tief in mir drinnen, daß das besser war so. "Tabu, Tabu, es scheint gefährlich zu sein, was ich tu..." In der Tat: Mina brachte einmal mehr auf den Punkt.
"Heißer Sand"; "Tabu" und "Fiesta Brasiliana" waren drei Hits aus der Schlagerwerkstatt von Werner Scharfenberger und Kurt Feltz und gehören zu den wohl legendärsten Hits der sechziger Jahre. Doch Scharfenberger und Feltz hatten ihr Pulver damit verschossen. Keiner der Songs, die sie in der Folgezeit für Mina schrieben, konnte diesen drei Titeln qualitativ das Wasser reichen und keiner von ihnen wurde auch nur ansatzweise so