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L7 , 1986 in Los Angeles gegründet, transportierten ein anderes Image von Girl-Band, als es von den Shangri-Las bis zu Heart und den Bangles verkörpert worden war. Sie waren hart und unerbittlich, sangen für Frauen, waren mit ihrer ungeschminkten Total-Weiblichkeit nicht darauf aus, Männern zu gefallen oder zu imponieren, fanden aber dennoch Fans bei beiden Geschlechtern, strippten vor der Fernsehkamera und warfen benutzte Tampons ins Publikum. Ihr "rifforientierter Gitarren-Grind - ein Mix aus den Ramones, Motörhead und Joan Jett - brachte ihnen mehr Erfolg ein als der Fakt, daß sie weiblich waren" ("All Music Guide").

Sie wurden zu Identifikationsfiguren der Frauenbewegung, ohne dies jedoch in ihren Songs in den Vordergrund zu stellen. Jennifer Finch (bg), geboren am 5. August 1966 in Los Angeles, die zuvor bei Hole, den Babes In Toyland und den Sugar Baby Dolls gespielt hatte, Donita Sparks (g, voc), geboren am 8. April 1963 in Chicago, Suzie Gardner (g, voc), geboren am 1. August 1960 in Sacramento, und Anne Anderson (dr) gingen aus einer Reihe anderer Punk-beeinflußter Bands in Los Angeles hervor, bis sie sich 1986 unter dem Logo L7 eine Fanbasis in den Clubs ihrer Heimats
adt erspielten. Ihr uneingeschränktes Vertrauen in die Kraft von lautem, ungebrochenem Heavy Rock brachte ihnen den Ruf einer knurrigen Grrrl-Band ein. Ein erstes Demo entstand mit Percussionist Don Bolles von den Germs. Auf Grund dieser Aufnahmen wurden sie von Bad Religion-Chef Brett Gurewitz, der sich zwischen L7 und Jane's Addiction entscheiden mußte, für dessen Label Epitaph verpflichtet, auf dem sie ihr ruppiges Debütalbum L7 (1988) veröffentlichten. Ihr Schlagzeuger hieß zu dieser Zeit Roy Kolltsky. Mit Bad Religion gingen sie im selben Jahr auf eine erste, wenn auch kaum beachtete US-Tournee. 1989 wechselten sie Kolltsky gegen den am 9. November 1960 in Chicago geborenen Dee Plakas aus. Als der Boden in Los Angeles immer unfruchtbarer zu werden drohte und hoch im Norden der USA ein neues Rock-Mekka Gestalt annahm, siedelten sie nach Seattle über. Nach einer erfolgreichen zweiten US-Tournee mit der weniger bekannten Band Cat Butt und grandiosen Reaktionen auf die Single Shove/Packing The Road (1989) für den populären Sub Pop Single Club wurde das Quartett von Sub Pop noch einmal ins Studio geschickt, um unter der Regie der Grunge-Ikone Jack Endino die Mini-LP Smell The Magic (1990) aufzunehmen, die ihnen die Reputation der neben den Babes In Toyland führenden Damen-Grunge-Band einbrachte. Mit dem Material der Platte gingen die vier Harpyen auf eine erste Headliner-Tournee nach Europa und eröffneten zehn Konzerte für Nirvana in England. 1991 wurden L7 von dem Universal-Label Slash unter Vertrag genommen. Der Major-Einstieg Bricks Are Heavy (1992) vermittelte endlich ihre tatsächliche musikalische Potenz. Mit Produzent Butch Vig, der zuvor Nirvanas Nevermind in den Kasten gebracht hatte, sollte offenbar noch einmal herausgestrichen werden, daß L7 das weibliche Pendant zu Seattles Nummer eins waren. Die Rechnung ging auf, der Erfolg des Albums mit seinen prägnanten Riffs und einprägsamen Melodiefetzen war durchschlagend. Die spröde Single Pretend We Are Dead wurde zur Hymne und gelangte selbst in England in die Top 30. Auf dem Reading Festival 1992 gehörten L7 zu den Attraktionen. 1993 tauchten sie in John Waters' Film "Serial Mom" unter dem Namen The Camel Lips auf. Ihr zweites Major-Album Hungry For Stink (1994) erschien unmittelbar vor der Teilnahme an der '94er Lollapalooza-Tour. In Europa gingen L7 im Jahr darauf mit den Melvins auf Tournee. Während der Arbeiten zu The Beauty
ihnen die Reputation der neben den Babes In Toyland führenden Damen-Grunge-Band einbrachte. Mit dem Material der Platte gingen die vier Harpyen auf eine erste Headliner-Tournee nach Europa und eröffneten zehn Konzerte für Nirvana in England. 1991 wurden L7 von dem Universal-Label Slash unter Vertrag genommen. Der Major-Einstieg Bricks Are Heavy (1992) vermittelte endlich ihre tatsächliche musikalische Potenz. Mit Produzent Butch Vig, der zuvor Nirvanas Nevermind in den Kasten gebracht hatte, sollte offenbar noch einmal herausgestrichen werden, daß L7 das weibliche Pendant zu Seattles Nummer eins waren. Die Rechnung ging auf, der Erfolg des Albums mit seinen prägnanten Riffs und einprägsamen Melodiefetzen war durchschlagend. Die spröde Single Pretend We Are Dead wurde zur Hymne und gelangte selbst in England in die Top 30. Auf dem Reading Festival 1992 gehörten L7 zu den Attraktionen. 1993 tauchten sie in John Waters' Film "Serial Mom" unter dem Namen The Camel Lips auf. Ihr zweites Major-Album Hungry For Stink (1994) erschien unmittelbar vor der Teilnahme an der '94er Lollapalooza-Tour. In Europa gingen L7 im Jahr darauf mit den Melvins auf Tournee. Während der Arbeiten zu The Beauty Process: Triple Platinum (1997) erklärte Jennifer Finch überraschend ihren Ausstieg, um ihre eigene Band Lyme zu gründen. Ihr Part wurde während der Aufnahmen teilweise von den anderen Band-Mitgliedern ausgefüllt, bis mit Gail Greenwood von Belly Ersatz kam. Das Album markierte insofern einen Richtungswechsel, als L7 vom Grunge abrückten und eher Heavy Rock zutage förderten. Ihrer Popularität tat das keinen Abbruch. Das Live-Album Live: Omaha To Osaka (1998) dokumentierte die Energie der Auftritte von L7 und machte deutlich, daß die lebhafte und variantenreiche Gail Greenwood mehr als nur ein Ersatz für Jennifer Finch war. 1999 drehte der ehemalige Nirvana-Bassist Krist Novoselic den Dokumentarfilm "The Beauty Process" über L7. Ende desselben Jahres erschien das Studio-Album Slap Happy, mit dem die Gruppe jedoch kaum noch Akzente zu setzen vermochte.
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