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Biographie
Leben und Tod, Kraft und Frieden. Wenn ich heute aufhöre zu sein, hat es sich trotzdem gelohnt. Die furchtbaren Fehler, die ich gemacht habe und rückgängig machen würde, wenn ich könnte. Die Schmerzen, die mich verbrannten und Narben auf meiner Seele hinterlassen haben. Es hat sich gelohnt, denn es war mir erlaubt, dort zu gehen, wo ich ging. Es war die Hölle auf Erden, der Himmel auf Erden, und alles nochmal, mitten rein, ganz tief runter, genau dazwischen, hindurch, innen drin, und darüber hinaus." Diese Worte stammen aus dem Tagebuch von Gia Marie Carangi, die Anfang der 80er Jahre als erstes "Supermodel" Karriere machte. Ihre Laufbahn währte nur kurz, denn sie starb 1986 im Alter von nur 26 Jahren an Aids und galt damals als das erste offizielle weibliche Todesopfer der Immunerkrankung. Michael Cristofer hat in seinem TV-Film versucht, die Persönlichkeit und das Leben der Gia Carangi nachzuzeichnen, wobei er sowohl auf Carangis Tagebücher als auch auf Interviews von Menschen aus ihrer Umgebung zurückgegriffen hat. In seinem Film wechseln sich Spielfilmsequenzen mit fiktiven Interviews ihrer sozialen Bezugspersonen ab. Gia Carangi (Angelina Jolie) wird 1960 in Philadelphia geboren und wächst dort in ärmlichen Verhältnissen auf. Schon früh leidet sie unter den ständigen Streitereien ihrer Eltern und zieht sich in eine eigene Welt zurück. Als ihre Eltern sich scheiden lassen, bleibt Gia bei ihrem Vater und arbeitet später als Jugendliche in dessen Imbiss. Eines Tages, als sie mit ihrem Freund T.J. durch die Gegend streift, werden zwei Fotografen auf sie aufmerksam und laden sie zum Probeshooting ein. über Umwege gelangt sie schließlich zu der einflussreichen Agenturbesitzerin Wilhelmine Cooper (Faye Dunaway), die sie von nun an unter ihre Fittiche nimmt und ihr rät, nach New York zu ziehen. Bei einem Shooting lernt Gia die Visagistin Linda (Elizabeth Mitchell) kennen, und die beiden beginnen eine Beziehung. Vogue Für Gia beginnt nun ein kometenhafter Aufstieg als Model, die Welt feiert sie frenetisch. Es ist, als hätte die Modebranche nur auf sie gewartet: Endlich eine Persönlichkeit, endlich jemand, der nicht nur schön, blond und künstlich ist, endlich jemand, der "berührt". Gia selbst fühlt sich weder dem Rummel um ihre Person noch dem hohen beruflichen Stress gewachsen und wird schließlich schwer drogenabhängig. Sie begibt sich mehrfach in Entzugsbehandlungen, doch als sie sich ihr Leben endgültig zurückerobern will, muss sie erfahren, dass sie, wohl durch das Benutzen einer unreinen Spritze, an Aids erkrankt ist. Auch wenn Cristofers Film dem Leben der realen Gia Caranci nicht gerecht wird, so ist ihm doch zumindest eines hervorragend gelungen: Die Darstellung einer außergewöhnlichen und schwierigen Persönlichkeit. Angelina Jolies intensive Verkörperung dieses facettenreichen Charakters bleibt einem noch lange im Gedächtnis: Gia ist kompromisslos, rebellisch, schockierend, rüde, aber gleichzeitig auch mitleiderregend, verletzlich, kindlich, unschuldig und voller Träume, Sehnsüchte und Ängste. "Sometimes I think she was a different person to everybody. Sometimes I knew who she was, sometimes I didn't. Anybody who tries to tell you exactly who she was, they didn't know her at all" (Linda). Die Komplexität von Gias Charakter zieht sich durch den gesamten Film, immer wieder stehen Aussagen ihrer Bezugspersonen über sie zueinander im Widerspruch, und oft genug erscheinen diese Aussagen eher wie Projektionen eigener Wünsche. Cristofer beschreibt genau diese Problematik als ein Lebensthema Carangis, indem er bereits zu Beginn seines Films die frühe narzisstische Besetzung der kleinen Gia durch ihre Mutter andeutet: "When Gia was born, I said: 'This one is mine, all mine'" (Kathleen Carangi). Die Widerspüchlichkeit und Vielschichtigkeit der Person Gia wird von den Modeagenturen restlos ausgenutzt. Sie wird für alles engagiert, verkörpert jede Rolle perfekt. Sie wird zur Projektionsfläche für Wünsche von Kunden, Modemachern und angeblichen Freunden - und verliert dabei sich selbst. In dieser Welt der Vermarktung von Fleisch und letztlich von Seelen bleiben Linda und T.J. die einzigen Menschen, die Gia stützen, ohne sie gleichzeitig auszubeuten. Gia und Linda In der Tat ist es höchst bedauerlich, dass gerade Linda, die von Elizabeth Mitchell als eine Person von großer Wärme und Aufrichtigkeit verkörpert wird und die mit ihrer (im Vergleich zu Gia) geradezu spießigen Bodenhaftung einen guten Gegenpol zu Gia bildet, in der Realität nicht existiert hat. Man kann nur hoffen, dass Gia den wohltuenden Ruhepol und die Zufluchtsstätte, die sie trotz ihres exzessiven Lebens in Linda immer wieder gefunden hat, auch in der Realität in anderen Menschen zur Verfügung hatte. Immerhin ist die Figur der "Linda" angelehnt an verschiedene andere Frauen in Carangis Leben, in erster Linie wohl an die Vigagistin Sandy Linter. Wahrscheinlich war dieser Kunstgriff notwendig, denn neben der mütterlichen Zuwendung ihrer Mentorin Wilhelmine erscheint die liebevolle Beziehung zwischen Linda und Gia als der einzige Lichtblick in dieser düster gezeichneten Biographie einer Frau auf der Suche nach Geborgenheit und Liebe - auch wenn Gias Drogenabhängigkeit die Beziehung stark belastet und letztlich auch den Ausschlag dafür gibt, dass Linda sich von Gia trennt. Insgesamt wird der ZuschauerIn im Film so einiges an Themen zugemutet: Die Skrupellosigkeit der Modebranche, das Trügerische am Ruhm und seine Zerbrechlichkeit, eine schwierige Mutter/Tochter-Beziehung, die quälende Darstellung von Drogenabhängigkeit und die Konfrontation mit der damals noch nahezu unerforschten Erkrankung Aids. Das alles ist schwere Kost. Vor dem Fernseher hält einen, neben Elizabeth Mitchell, die Faszination an der Person "Gia" und das intensive, authentische Spiel von Angelina Jolie, die für diese Rolle zu Recht für den Emmy nominiert wurde und einen Golden Globe erhielt. Jolie, die früher selbst Model war (und auch sonst so einige Parallelen mit ihrer Rolle aufweist), soll angeblich lange gezögert haben, bevor sie sich entschloss, die "Gia" zu spielen. Wie schön, dass sie es sich noch einmal überlegt hat. Nicht nur, dass diese Darstellung für Angelina Jolie ihren persönlichen Durchbruch als Schauspielerin bedeutete, die Kritik ist sich nach wie vor einig, dass diese Rolle noch immer zu den besten Leistungen ihrer gesamten Karriere gehört. Dennoch betonen echte "Gia-Kenner", dass es dem Film nicht gelungen ist, die "wahre Gia" abzubilden - was ja der eigentliche Sinn von Biographien ist. Wer also nun neugierig geworden ist, dem sei das Porträt "The Self Destruction of Gia" von JJ Martin wärmstens empfohlen. Obwohl Cristofers "Gia" insgesamt etwas lang geraten ist, erscheint es mir höchst ärgerlich, weil vollkommen überflüssig, dass der Film in zwei Versionen existiert: einer "unrated" und einer gekürzten Version. Die ungeschnittene Version ist nämlich keineswegs lagatmiger, im Gegenteil. Nicht nur die Szenen zwischen Gia und Linda sind in der Fernsehversion fast vollständig der Schere zum Opfer gefallen, darüber hinaus sind auch Szenen entfernt worden, die für die Darstellung von Gias Charakter durchaus von Bedeutung sind. Dazu gehören z.B. Auseinandersetzungen Gias mit ihrer Mutter oder auch Dialoge zwischen Gia und einer Freundin (Stephanie). 'Die Szene am Zaun Bedauerlicherweise ist dem Film darüber hinaus vorzuwerfen, dass er sich manchmal in die Nähe eines billigen Softpornos begibt. Beispielsweise erzeugt die bekannte Szene mit Linda und Gia am Zaun unter den voyeuristischen Augen des Fotografen, einschließlich elegischer Trompetenmusik und einer säuselnd-stöhnenden Frauenstimme im Hintergrund, bei mir persönlich einen unangenehm-gruseligen Beigeschmack (und an dieser Stelle hätte ich die Schneidepolitik der Produzenten sogar noch verstanden). Zum Glück gibt es im Film durchaus auch Momente, in denen die Zärtlichkeit und Liebe der beiden Frauen füreinander stärker im Vordergrund steht - und falls eine die aufdringliche Bläsermusik im Hintergrund stört, kann frau ja zur Not auch den Ton abschalten... Ärgerlich, dass es auf deutsch nur die gekürzte Version gibt. Wer den Film auf Video ergattern will, ist eh auf den Erwerb des englischen Originals (in beiden Fassungen erhältlich) angewiesen. Zusammenfassend ist "Gia" zwar ein etwas schwer verdaulicher, aber trotzdem sehenswerter Film, der vor allem durch seine darstellerischen Leistungen besticht. Da er auch im Originalton gut zu verstehen ist, und da frau sich weder Angelinas "Dinner is served" noch Elizabeths nachfolgendes Lachen entgehen lassen sollte, und, na ja, auch noch aus ein paar anderen Gründen, empfehle ich der geneigten Zuschauerin dringend die "Unrated Version" - vorausgesetzt, ihr Videorecorder bzw. DVD Player verfügt über eine NTSC-Funktion.
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Celebs Detail
Name 
Gia Carangi 
Beruf 
Model 
GeburtscDatum 
04 Juni, 1975 
Geburtsplatz 
 
Verhältnisse 
 
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